Die sieben spirituellen Verbindungen (Mitzvot), noachidische Gesetze oder auch Kanäle Noachs

  1. Glaube an einen Schöpfer
  2. Verbot, seinen Namen zu unrecht aussprechen
  3. Verbot zu töten – Respekt für das Leben
  4. Verbot des Inzest – Respekt für die Familie
  5. Verbot zu stehlen – Respekt für das Eigentum der Anderen
  6. Das Gebot, gerechte Gerichtshöfe zu errichten
  7. Kein Teil eines Lebenden Tieres essen – alle Geschöpfe respektieren. 

Die Mitzvot können mit dem Wort Kanäle übersetzt werden, sie stellen einen Bund dar zwischen dem Schöpfer und der Menschheit. Um diesen Bund zu halten, hat jeder Mensch die Verpflichtung, die Mitzvot zu erfüllen.

Die sieben Gesetze enthalten das Verbot des Götzendienstes, des Fluchens, des Tötens, der sexuellen Sünden, des Diebstahls und des Essens eines Teiles von einem lebenden Tier. Das siebte Gebot besagt, dass man ein System gerechter Gerichtshöfe einsetzen soll.

Das sieht fast zu einfach aus. Es klingt wie eine universelle Ethik, kann man aus diesen Prinzipien einen religösen Glauben ableiten? 

Die Gebote sehen einfach aus, jedoch handelt es sich umgrundlegende Prinzipien, oder Hauptkategorien, die alle Aspekte des Lebens umfassen. Als Beispiel ist das Verbot des Götzendienstes gleichzeitig eineAnleitung zum Glauben an Einen Schöpfer, seine Art und die Weise, wie er die Welt erschafft und welche Beziehung er zu den Geschöpfen pflegt und so weiter.Das Gesetz verbietet Anbindungen an jede okkulte Praxis.

Das Gesetz, kein Teil eines lebenden Tieres zu essen beinhaltet die Anleitung, wie man Tiere behandeln soll, wie man sie richtig isst,wie man sie kosher zubereitet und so weiter.

Das Verbot gegen sexuelle Sünden beinhaltet das gesamteVerständnis der Tora zur menschlichen Sexualität, die Prinzipien, auf denen eine Familie aufgebaut ist, die Beziehungen zwischen Mann und Frau und die Erziehung der Kinder. Die talmudischen Rabbiner lernen diese Themen in verschiedenen Weisen, Sie können es glauben oder nicht, dieser Glaubensansatz kann ein ganzes Leben mit Studien anfüllen. Auf jeden Fall ist es eine lebendige Weise, an die Tora zu glauben. Die Tora beginnt mit der Genesis, der Schöpfung. Dies ist eine Enthüllung für die gesamte Menschheit, nicht nur für die Juden. Israel ist das priesterliche Volk, das die Aufgabe hat, die Tora allen Menschen zu übermitteln.

Woher stammen die sieben Gebote Noachs?

Zu Anbeginn der Welt wurden  dem ersten Menschen Adam universelle, spirituelle Kanäle gegeben. Diese Kanäle wurden vor circa  4400 Jahren zu Zeiten Noachs ein zweites Mal allen Menschen aufgetragen. Die heiligen Kanäle erklären dem Menschen, was der Schöpfer von uns erwartet. Sie stellen die grundsätzlichen Bedingungen für das Leben der Menschen in dieser Welt dar. Sie sind Anleitungen dafür, wie wir Menschen die Erlösung erreichen können und wie ein Mensch dem Schöpfer in Erfahrung und Wissen näher kommen kann. Die 7 Kanäle sind Wegführer zum einen, zum anderen Schutzschilde nicht nur für den Einzelnen, sondern auch global für die gesamte Menschheit und deren Zukunft. Der Schöpfer gab dem ersten Menschen Adam 6 Kanäle oder Mitzvot...und der Schöpfer befahl es den Menschen (Gen. 2:16),die dann dem Noach nach der Sintflut wiederholt wurden und mit einem weiteren7. Kanal erweitert wurden. Seit dieser Zeit sind die Gesetze als 7 Gebote Noachs bekannt.

Woraus ersieht man, dass die sieben noachidischen Gesetze für alle Nationen gültig sind?

Als der Schöpfer die Universellen Gesetze mit Noah erneuerte (Gen. Kap 9), meinte er damit nicht nur den Noah, sondern alle seine Nachkommen, das heißt alle Nationen zu jeder Zeit, als Basis für eine zivilisierte menschliche Gesellschaft. Als der Schöpfer die Geschichte Noachs im Ersten Buch der Thorah, Genesis aufschrieb, gab er Moshe den Auftrag, diese Sieben Gebote an alle Völker zu lehren, wie sie in der Torah, dem “Baum des ewigen Lebens” aufgeschrieben waren. Dies gibt den Menschen, die diese Gesetze befolgen, ein Anrecht auf die Nächste Welt. Aus verschiedenen Erzählungen in dem Buch Genesis wissen wir auch, daß es nicht wenige Völker gab, die die 7 Gebote praktizierten wie die Chaldäer (versinnbildlicht durch Abraham, der den Noach noch persönlich kannte), den Philistinern (versinnbildlicht durch Abimelech), die Hivviten (Geschichte von Shechem) und die Canaaniter (wie wir aus der Geschichte von Sodom und Gomorrah sehen).

Am Berg Sinai wurden die sieben Gebote dem Moses für die gesamte Menschheit nochmal übergeben. (ex. 15:25-16) Dies war zu einer Zeit, als die Menschen all ihre Verpflichtungen, die sie über Adam oder Noach erhalten hatten, vergessen hatten. So hat der Schöpfer diesen Bund über Moses erneuert. Am Berg Sinai wurde den Volk Israel (das damals aus Noachiden bestand) die Tora übergeben. Das Schicksal der gesamten Menschheit hing davon ab, ob das Volk Israel die 613 vom Schöpfer aufgetragenen Gebote annehmen würde. Die Noachiden erfüllen den Wunsch des Schöpfers, wenn sie die 7 noachidischen Gebote einhalten. Der Schöpfer machte dies auch in einfacher menschlicher Logik klar. Nachdem die Menschen über die Existenz der 7 Gebote nur in der Tora lernen können, ist die Erfüllung der 7 Gebote durch die Noachiden fest mit dem Glauben an die Wahrheit der Torah des Schöpfers verbunden. Wenn ein Mensch nicht an die Wahrheit der Torah glaubt, ändert das trotzdem nichts an seiner Pflicht, die 7 Gebote in seinem Leben einzuhalten. Alle Menschen werden vom Schöpfer nach diesen Gesetzen gerichtet.

Die Mitzvot können mit dem Wort Kanäle übersetzt werden, sie stellen einen Bund dar zwischen dem Schöpfer und der Menschheit. Um diesen Bund zu halten, hat jeder Mensch die Verpflichtung, die Mitzvot zu erfüllen. Wichtig hierfür ist, daß die Menschen sich nicht von intellektuellen oder selbstsüchtigen Motiven leiten lassen. Vielmehr soll man die Mitzvot erfüllen, schlicht und einfach weil der Schöpfer das von uns so will. (Maimonides,Hilchot Melachim).

Das Bedürfnis nach universellen Gesetzen sollte jedem klar sein. Wie sollen die verschiedenen menschlichen Gruppen wissen, was Gut und was Böse ist?

Wer soll die Trennlinie setzen zwischen dem Egoismus, der im Herzen von jedem Menschen und im Herzen eines jeden Volkes wohnt und dem Allgemeinwohl? Wenn die Menschen ihre Entscheidungen nur auf ihre eigene, subjektive Logik basieren, wird jede Gruppe das Recht und das Unrecht anderes interpretieren und letztlich eine Verleugnung der Wahrheit erhalten. Sogar wenn es Menschen gibt, die sich gegen Grausamkeiten, Götzendienst oder ähnliches aussprechen und dies in Gesetzen festhalten, gibt es keine Chance irgendeine Gesellschaft zu gründen.

Viele können fragen, warum diese Gesetze eigentlich göttlich sein müssen. Das ist aber genau der Punkt. Wir müssen eine Verbindung finden zwischen dem universellen Gesetz, der Quelle für Moralität an sich. Das Bewusstsein für den Schöpfer ist von dieser Verbindung abhängig. Ist der Mensch nicht mit der universell gültigen Gesetz verbunden, kann er seine eigene Intelligenz ihn zu den schlimmsten Verbrechen führen.

Maimonides schreibt: „Wer unter den Nationen die Sieben Gebote des Schöpfers befolgt, gehört zu den Gerechten unter den Nationen und hat einen Anteil an der Kommenden Welt.“

Obwohl es viele Gründe gibt, warum ein Mensch die sieben Gebote Noachs befolgen sollte, (weil sie moralisch wertvoll sind oder weil sie ihm logisch klingen oder seinen Sinn für Gerechtigkeit ansprechen), erfüllt der Mensch seine Pflicht als Noachide (ein Kind Noachs) aber nur dann, wenn er diese Gesetze beachtet, nicht aus irgendwelchen persönlichen Gründen, sondern einzig und allen, weil der Schöpfer durch Moses über die Kinder Israel am Berg Sinai allen Menschen aufgetragen hat, diese Gebote zu befolgen. Maimonides schreibt hierzu: „Eine Person, die sich nach diesen Prinzipien verhält, einzig und allein, weil sie seinem Geschmack für Gut und Böse entsprechen, oder seiner Logik gefallen oder seinem Sinn für Gerechtigkeit, erfüllt die Gesetze nicht richtig und kann nicht als Sohn Noachs bezeichnet werden. Maimonides unterstreicht ausdrücklich, daß der Ben Noach die Gesetze ausführen soll, weil der Schöpfer sie durch Moshes den Kindern Israels auf dem Berg Sinai enthüllte.

Der erste Kanal: Der Glaube an einen Schöpfer

Es gibt einen Schöpfer für alle Geschöpfe. Der Schöpfer schöpft die Menschen in jeden Moment von Neuen. Der Schöpfer kennt uns Menschen bevor und viel besser als wir uns selbst jemals kennen werden.

Daraus folgt, dass man keine Götzen anbeten oder verehren darf. Zur verbotenen Götzenarbeit gehören einige Dinge: Man darf keinen Götzendienst ausführen und darf eine solche  Tätigkeit auch nicht in Missionsarbeit unterstützen. Man darf sich nicht vor einem Götzen verbeugen oder ihn gar anbeten. Man darf nicht Gebräuche und Gepflogenheiten von Leuten annehmen, die Götzendienst betreiben. 

Der Schöpfer hat kein Bild, das wir Menschen uns vorstellen könnten. Er ist jenseits jeglicher menschlichen Vorstellungskraft. Deshalb darf man sich keine Bilder vom Schöpfer machen und diese dann anbeten.

Zur Götzenarbeit gehört jedoch auch das Vorhersehen der Zukunft bei einem Orakel, die Hellseherei, die Zauberei oder Hexenkunst. Man darf sich nicht die Zukunft vorhersehen lassen.

Auch ist es verboten, mit den Toten Kontakt aufzunehmen, um Hilfe von ihnen zu erbitten.

Es ist weiterhin verboten über Schwüre einen Bund zu schließen.

Wenn man betrunken ist oder unter Drogeneinfluss steht darf man nicht beten.

Man darf nicht umsonst Sperma vergießen.

Seelenattribute oder Emotionen, die als Götzendienst gelten

Die Seelenattribute oder Emotionen , die als Götzendienst gelten sind Stolz, Ärger oder Wut sowie Neid, Missgunst und Lust. Dies sind negative Emotionen. Man soll sich als Mensch immer bemühen, diese Emotionen so weit es geht in sich zu erkennen und entsprechend einzuschränken.

Der zweite Kanal: Das Verbot, seinen Namen zu unrecht auszusprechen

Man darf nicht fluchen oder den Namen des Schöpfers auf unrechte Weise gebrauchen. Wenn wir mit dem Leben unzufrieden sind, wenn die Dinge sich nicht so entwickeln wie wir es uns erhofft haben, wie einfach ist es da, einen anklagenden Finger zu heben und sich zu beschweren, alle und alles sind an unserer Situation schuld, auch der Schöpfer, gd forbid.

Ausgerechnet in den schwierigen Situationen des Lebens sind Loyalität und Vertrauen am allerwichtigsten. Den Schöpfer dafür verantwortlich machen, ja gar zu fluchen oder andere Menschen in seinem Namen zu verfluchen ist ein Akt der Untreue, des Verrats. Es ist eine Tat, die jede Ordnung und Stabilität, auf der eine Gesellschaft aufbaut, zerstört.

Der dritte Kanal: Das Verbot zu töten - der Respekt für das Leben

Die Unmenschlichkeit des Menschen beginnt schon mit der Geschichte von Kain und Abel. Die Mitzva des Verbotes zu Töten schützt den Menschen von seinem animalistischen Trieb. Wer jemanden anderen umbringt (auch Abtreibung gehört dazu) ist jemand, der die Heiligkeit des menschlichen Lebens verneint und der den Schöpfer direkt angreift.

Der vierte Kanal: Das Verbot des Inzests - Respekt für die Familie

Die Tora lehrt uns: „Es ist nicht gut für den Menschen allein zu sein“. Und so schuf der Schöpfer dem Adam eine Gefährtin „er segnete sie“. Die Familie ist der Grundstein für eine gesunde Gesellschaft. Nationen, die sich unmoralisch verhalten, die Ehe betrügen, homosexuell leben, Sodomie oder Inzest betreiben, können nicht lange überleben. Sexuelle Immoralität ist Zeichen eines inneren Zerfalls, das sich in einer gefühllosen Gesellschaft äußert und den göttlichen Plan durcheinanderbringt.

Der fünfte Kanal: Das Verbot zu stehlen - Respekt für das Eigentum der anderen Menschen

Hierzu muss man wissen, dass alles, was wir glauben zu „besitzen“ eigentlich dem Schöpfer gehört. Nichts gehört wirklich uns, es wird uns vom Schöpfer anvertraut. Deshalb muss es unser Ziel sein, auf ehrliche Weise unseren Lebensunterhalt zu verdienen, mit Würde und nicht mit unwahren Taten. Wer den Besitz anderer Menschen verletzt, indem er raubt oder andere ausnützt oder sie täuscht, greift die Menschlichkeit dieser Mitmenschen an. Dies ist ein Akt der Anarchie, der den Menschen in die Tiefe der Selbstsucht treibt, ja sogar in die Grausamkeit. Es war hauptsächlich wegen dieser Sünde der Menschen, dass der Schöpfer sie mit der Flut bestrafte.

Der sechste Kanal: Das Gebot, gerechte Gerichtshöfe einzurichten

Ein robustes legales System, das gerecht für alle ist, ist Grundstein einer Gesellschaft die den Segen des Schöpfers verdient. Ein solches System aufzubauen, Richter, Gerichtshöfe und Angestellte einzustellen, die das Gesetz hüten und es verstärken, ist eine große Verantwortung der Menschen. Die Gerichtshöfe stellen auf großer Basis das dar, was unser eigenes Ideal im persönlichen Leben sein sollte.

Der siebte Kanal: kein Teil eines lebenden Tieres essen - alle Geschöpfe respektieren

Der Schöpfer gibt dem Menschen „die Gewalt über den Fisch des Meeres, über das Vieh des Himmels, über die Wiederkäuer und über alle Tiere der Erde.“ Wir Menschen sind die Beschützer der Kreaturen des Schöpfers. Dies bedeutet, dass unsere Verantwortung über die Familie und über die Gesellschaft hinausgeht und die gesamte Natur umfasst.

Wie kann man sich das heutzutage vorstellen, ein Teil eines lebenden Tieres zu essen?

Bei der Schlachtung eines Tieres auf dem Schlachthof wird das Tier mit einem elektrischen Schlag oder einem Bolzenschlag getötet. Der Tod setzt jedoch nicht sofort ein, es dauert etwa 10-15 min, bis das Tier tatsächlich tot ist. Wenn das Tier aber bereits zerlegt wird, während es betäubt aber noch nicht tot ist, sind alle Teile dieses Tiere Teile eines lebendig zerlegten Tieres, die man nicht essen darf. Man muss beachten, dass es einige Produkte gibt, die beispielsweise Knochenmehl von Tieren enthalten oder tierische Gelatine, die aus solchen Tieren gewonnen wurden. Es geht also um mehr als nur den Fleischkonsum.

Auch Schalentiere wie Lobster, die lebend in kochendes Wasser geworfen werden und dann verzehrt werden fallen unter dieses Verbot.

Warum ist es so wichtig, kein Teil eines lebenden Tieres zu essen?

In dem Moment wo ein Mensch ein Tier isst, nimmt er damit auch die Seelenenergie dieses Tieres auf. Wurde diesem Tier oder der Energie-Intelligenz dieses Tieres nicht die Zeit gegeben, den Tierkörper zu verlassen, dann bleibt diese Energie in den einzelnen Fleischstücken gefangen. Isst man solche Fleischstücke,  arbeitet dies gegen den Menschen, weil es weitreichende Auswirkungen auf die Seele des Betreffenden hat, ohne dass er es merkt.

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